Wieso sieht manch einer bei Dämmerung, Regen, Nebel oder Schneefall schlechter?

Mittwoch, 25 November 2015 Tipps für Sehkomfort

Wieso sieht manch einer bei Dämmerung, Regen, Nebel oder Schneefall schlechter?

Im Spätherbst und im Winter setzt die Dämmerung schon früh ein. Wenn man das Gefühl hat, unschärfer als am Tag zu sehen, auch wenn bei Tageslicht keinerlei Probleme bekannt sind, dann könnte eine Nachtmyopie vorliegen, auch Nachtkurzsichtigkeit genannt. Es handelt sich dabei um eine spezielle Form der Kurzsichtigkeit, die gerade auch bei Jüngeren, nur in der Nacht auftritt, bzw. wenn das Umfeld dunkel ist. Dabei werden helle Punkte bei ihrem Auftauchen nicht scharf auf der Netzhaut abgebildet, sondern zerstreut. Ein unscharfes Bild entsteht.

 

Das Sehen in der Nacht weist nämlich mehrere Eigenschaften auf, die bei Tag nicht vorzufinden sind.

Zum einen ist die Pupille erweitert, wodurch mehr Licht ins Auge gelangen soll. Diese Reaktion geschieht beim gesunden Auge automatisch und ist nicht willentlich zu beeinflussen. Des Weiteren braucht das Auge eine gewisse Zeit, um sich an das dunkle Umfeld zu gewöhnen, da bei Dunkelheit von Farbensehen auf Hell-Dunkel-Sehen umgeschaltet wird. Jeder kennt das Phänomen, dass wir beim Wechseln von einem hellen in einen dunklen Raum, zu Beginn kaum etwas erkennen können. Erst nach einer gewissen Zeit kann man immer mehr sehen. Es dauert ca. 20-30 Minuten, bis wir unser Maximum der Leistungsfähigkeit erreicht haben.

Nicht verwechseln sollte man die Nachtmyopie mit der Nachtblindheit. Viele, die im Dunkeln schlecht sehen, befürchten unter der Nachtblindheit zu leiden. Bei dieser Sehkrankheit, sieht man gar nichts im Dunkeln. Das heisst, es findet gar keine Anpassungsreaktion an die Dunkelheit statt. Das Sehen ist bei diesen Personen ab einer gewissen Dunkelheit nicht mehr vorhanden, daher auch der Name Nachtblindheit.

Ursachen

Die natürliche Alterung der Augenlinse kann schon früh verursachen, dass wir in der Dunkelheit schlecht sehen. Es kann zudem sein, dass die Brillenkorrektion nicht mehr optimal ist, da die Korrektionswerte des Auges immer unter Tageslichtbedingungen gemessen werden. So ist es möglich, dass Personen bei ihrer Sehstärke bis zu -0.5 Dioptrien in der Nacht schlechter sehen als tagsüber. Verstärkt wird die Nachtmyopie unter anderem auch durch Sauerstoffmangel, Alkohol, Drogen oder gewisse Medikamente. Von der Nachtmyopie betroffen sind sowohl Normalsichtige, als auch Fehlsichtige. Jedoch sind die Personen, die an der Nachtmyopie leiden, oft auch tagsüber Brillenträger. Denn wenn man am Tage schon nicht optimal sieht, fällt dies nachts noch mehr auf.

Nachtmyopie ist eine Erscheinung, die nicht nur bei Nacht auftreten kann, sondern auch bei Regen, dichtem Nebel oder starkem Schneetreiben.

Was kann man tun?

Das Problem der Nachtmyopie lässt sich also mit einer Brille korrigieren, die ebenso tagsüber wie auch nachts von Vorteil ist. Jemandem der oft in der Nacht unterwegs ist, ist eine spezielle Nachtbrille zu empfehlen, die stärker ist als die Tagesbrille. So oder so kann erst eine Messung näher Auskunft geben, ob eine spezielle Brille für das Dämmerungssehen Sinn macht. Suchen Sie baldmöglichst einen Gesundheitsoptiker (oder Augenarzt) auf!

 

Quelle: knecht-vision.ch
Bild: dpa-tmn.jpg (www.dpa.de)