Lesebrillen aus der Drogerie oder dem Supermarkt?

Sonntag, 16 November 2014 Tipps für Sehkomfort

Den Augen zuliebe sollte man das lassen.

Lesebrillen aus der Drogerie oder dem Supermarkt?

Auf lange Sicht kann das Tragen einer Lesebrillen mit den falschen Werten bewirken, dass die Sehkraft schneller nachlässt und Kopfschmerzen und Unwohlsein hervorrufen.

Christina Butz, Expertin für Brillengläser bei Rodenstock erklärt: „Käufer von Fertiglesebrillen wählen im Normalfall durch schnelles Anprobieren und kurzes Überfliegen einer Leseprobe ihre Lesebrille und landen dabei schnell bei der „falschen“ bzw. zu hohen Glasstärke. Auf lange Sicht kann das Tragen einer Lesebrille mit zu hohen Werten aber bewirken, dass die Sehkraft in der Nähe schneller nachlässt.

Eine optimale Anpassung gibt es nur beim Optiker. Lesebrillen „von der Stange“ haben außerdem auf beiden Gläsern dieselbe Stärke. Die meisten Menschen benötigen jedoch unterschiedlich starke Gläser, da nicht beide Augen gleich fehlsichtig sind. Schon allein deshalb lohnt sich der Gang zum Optiker, denn er passt die Lesebrille individuell an den Träger an. Dabei bestimmt er im ersten Schritt die persönliche Sehstärke.

Etwa 80% der Brillenträger haben z.B. eine Hornhautverkrümmung, die nur durch eine Refraktion beim Augenoptiker erkannt und mit der Brille anschließend korrigiert werden kann. Im zweiten Schritt misst der Augenoptiker die Zentrierdaten, wie z.B. den Augenabstand, anhand derer er die Brillengläser beim Einschleifen richtig in der Brillenfassung positioniert.

Fertiglesebrillen hingegen werden mit einer Standardzentrierung hergestellt. In den meisten Fällen weicht aber der Sitz der Brille von diesem Standard ab. So kann es also bei größeren Abweichungen dauerhaft zu Beschwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, kommen.

Auch in Bezug die Qualität der Brillengläser sowie der Brillenfassung sind Lesebrillen aus dem Fachgeschäft billigen Fertiglesebrillen unbedingt vorzuziehen, so Butz. Die Gläser sind oftmals schlecht oder gar nicht entspiegelt, das Material sowie die Verarbeitung der Brillenfassung minderwertig.

Wer sich eine Fertiglesebrille als Ersatzbrille anschafft oder diese nur unterwegs, z.B. zum Lesen einer Speisekarte oder eines Preisschilds aufsetzt, kann durchaus auch mit einem Produkt von der Stange zurechtkommen. Für langes Tragen und komfortables Lesen empfiehlt Christina Butz aber in jedem Fall eine Lesebrille vom Augenoptiker. Wer sich das lästige Auf- und Absetzen einer Lesebrille jedoch sparen möchte, ist allerdings mit einer Gleitsichtbrille, die stufenlos scharfes Sehen in allen Entfernungen bietet, am besten beraten.

Quelle: rhodenstock-blog.com
Bild: duden.de